Parenzana – Zusammenfassung

von Triest (ITA) nach Porec (CRO)

Die Lokalbahn Triest–Parenzo (ital. Parenzana) war eine von 1902 bis 1935 betriebene Schmalspurbahn im heutigen Italien, Slowenien und Kroatien. Sie verlief von Triest über Koper, Izola, Portorož sowie Buje bis Poreč (Parenzo) und war die liebevolle Bezeichnung der ehemaligen k.u.k. Bahnstrecke. Heute ist diese alte Bahntrasse großteils als Rad- und Wanderweg ausgeführt und wird als Weg der Gesundheit und Freundschaft vermarktet.

ITALIEN/KROATIEN. Die Planung dieser Wanderung mit meinem Schwager und besten Freund nahm einige Zeit in Anspruch, dauerte jedoch fast 4 Monate, einige Bücher und unzählige Gespräche.
Wir planten die Tour über 6 Tage mit täglich ca. 25 km, für den Notfall waren trotzdem 8 Tage reserviert.

Die Anfahrt soll mit dem Zug von Linz nach Triest erfolgen, die Heimfahrt mit einem Flixbus, den wir vor Ort reservieren werden.
Sollte bei unserer Ankunft genügen Zeit bleiben, möchten wir uns den alten Staatsbahnhof Stazione dello Stato, nun Campo Marzio, welcher nun ein Museum ist, besuchen.

Geplant war: Der NightJet sollte uns kurz vor Mitternacht von Linz über Salzburg und Villach nach Udine bringen, um von dort, nach ca. 15 min. Pause mit dem Regionalzug nach Triest weiterzufahren.
Wir hatten im NJ Sitzplätze reserviert und sind heilfroh, da der Zug berstend voll war.
Doch Geplantes muss nicht immer den Tatsachen entsprechen.

Tatsache war: Es wurde, ohne uns Passagiere zu informieren, die Strecke geändert und es ging durch das Selzthal nach Villach, wo uns ein ungeplanter Aufenthalt von über 75 min. bevor stand.
So kamen wir ungeplant fast 2 Stunden später in Triest an und für das Museum der Staatsbahn war nun keine Zeit mehr.

Wir wollten nicht durch den morgentlichen Verkehr um die Industriezone herum, sondern nahmen die Fährverbindung zum gegenüber liegenden Ort Muggia.

Das Wetter

Das Wetter war am Starttag bescheiden und es regnete bis spät in die Nacht. Die folgenden Tage waren teilweise bewölkt, aber großteils sonnig.

Der Weg

Der Abschnitt von Triest bis zur kroatischen Grenze ist großteils als Radweg asphaltiert.
Ab der kroatischen Grenze besitzt der Weg der Gesundheit und Freundschaft obenauf keine Asphaltschicht mehr, sondern wird nur mehr als Strecke für Wanderer und Mountainbiker geführt.

Einzig jene Abschnitte, die durch Orte führen, sind straßenähnlich ausgebaut.

Die Unterkünfte

Wir hatten keine einzige Unterkunft vorweg reserviert und nahmen, je nach unserer Fitness, Hotelzimmer, Privatzimmer und Appartements auf Campingplätzen.
Die Preise der Unterkünfte hielten sich in Grenzen und waren, den Umständen angepasst, großteils günstig jedoch auch ein wenig teuer.

Die Bekleidung

Da wir keine Möglichkeit hatten, Wäsche zu waschen, mussten in unser Reisegepäck spezielle Bekleidung, die nach mehreren Tagen nicht zu stark zu riechen beginnt.

Also wurden je 2 Leibchen, Unterhosen und Socken aus Merinowolle und eine zippbare Wanderhose eingepackt.
Vor Wind und Wetter sollte uns ein Windbreaker, eine Vliesjacke sowie ein Regenponcho, der auch über den Rucksack geht, und eine Bandana gegen zu viel Sonne auf den Kopf, eingepackt.

Der Rucksack samt Inhalt

Sollten die Nächte kalt und die Unterkünfte nur Wolldecken zum Zudecken anbieten, nehme ich noch einen Schlafsack mit.
Die Bekleidung, Hygieneartikel, medizinische Produkte, Kleinzeug, Dokumente, Elektronik und etwas Essbares wurden je in kleine Bags gepackt.

Das Alles, samt Rucksack (ich verwende einen Hyberg Attila Ultra), Wanderschuhe und Wanderstöcke ergaben ein Grundgewicht von ca. 6,2 kg.
Dazu kommt noch die gefüllte Getränkeflasche.

Das Essen

Da wir an jedem Tag in oder an Orte vorbei kamen, wurde sehr wenig Essbares eingepackt.
Es gab entweder bei unseren Unterkünften warme Speisen oder wir haben tagsüber in Konobas gegessen.

Trotzdem haben wir Protein-Riegel, Trockenfrüchte, Lös-Kaffeepackerl, Tortillas, eine kleine Portion Nutella, Magnesium, Elektrolyttabs, usw. eingepackt.

Die Markierungen

In Italien gibt es keine spezielle Bezeichnung, jedoch kurz vor der slovenischen Grenze kann man „Ciclabile Trieste-Parenzo“ lesen.
Ab Slovenien wird der asphaltierte Radweg am „Parenzana“ mit der Bezeichnung „D8“ geführt.
In der Nähe der Grenze zu Kroatien finden wir erstmals die Bezeichnung „Parenzana“ samt einer Skizze einer alten Lok. Hier, in Kroatien, wurde jedes Viadukt, jeder Tunnel, jede Brücke und jede Haltestelle mit Infotafeln gekennzeichnet und man erfährt viele Details zu den Anlagen.

Fazit:

Es war eine wunderschöne Tour entlang der Bahnstrecke der ehemaligen Parenzana Schmalspurbahn. Leicht zu erwandern, da es kaum größere Steigungen gibt.
Man entdeckt Besonderheiten, wie z.B. Gebäude, die einem auf einem Fahrrad kaum auffallen dürften.

Apropos Fahrrad. Auf der gesamten Strecke begegnen einem ständig Fahrradfahrer, die die Parenzana ebenfalls, doch wesentlich schneller absolvieren. Man muss aufpassen, nicht angefahren zu werden.
Den Weg der Gesundheit und Freundschaft schafft man so in 2-3 Tagen, je nach Tages-KM-Leistung.

Ein weiterer negativer Punkt besteht darin, dass man ab der kroatischen Grenze großteils auf der ehemaligen geschotterten Bahnstrecke geht. Dieser Bahnschotter besteht aus sehr hartem, spitzen Gestein und dieser macht sich nach einigen Tagen sichtlich an den Fußsohlen bemerkbar.

In Italien wurde das Gebiet der ehemaligen Bahnstrecke im engräumigen Umfeld von Triest und seinen großen Hafenanlagen wahrscheinlich überbaut. So müsste man durch das Stadtzentrum gehen, obwohl es keine Radfahr- oder Gehwege gibt.
Es war vernünftiger, mit der Fähre von Triest, an der „Riva Nazario Sauro“, nach Muggia überzusetzen.

Es ist zwar nicht die originale Bahntrasse der Parenzana (sollte man diese überhaupt noch finden), doch ab hier kommt man auf normalen Straßen Richtung Slovenien. Bei Rabuiese verlässt man die Straße und erreicht einen asphaltierten Radweg.

Diese Etappenwanderung wurde von uns so zusammengestellt, dass wir pro Tag etwa 20-25 km erwandern. Sollte uns eine Stelle besonders gut gefallen, wollten wir uns eventuell einen Tag Auszeit nehmen.
Die Stationen der Übernachtungen wurden selbstverständlich vorweg geplant, konnten jedoch so nicht immer eingehalten werden.

In Summe hat uns diese Tour sehr gut gefallen und können die gesamte Tour mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Doch wir würden dies nur mehr ausschließlich mit einem Fahrrad unternehmen.
Trotzdem war es ein erhabenes Gefühl, diese Strecke bewältigt zu haben und am Ziel anzukommen.

Wer von euch hat bereits Erfahrungen auf dem Parenzana gemacht?
Würden uns freuen, wenn ihr uns diese verraten würdet?
Dann bitte gerne in die Kommentare!

(Info’s vom 31.05.2023)

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Details

Start-Koordinaten

  • Italien, Friaul-Julisch Venetien
    34100 Triest
    N45°39’21.9″ E13°46’03.0″

Ziel-Koordinaten

  • Kroatien, Istrien
    52440 Porec
    N45°13’51.3″ E13°35’58.4″

GPX-Dateien

Die Dateien aller Etappen gibt es hier gesammelt.

Etappen

weitere Infos und Fotos findet Ihr in den jeweiligen Beiträgen.

Bewertung

  • Landschaft: ∗∗∗∗∗
  • Erlebnis: ∗∗∗∗
  • Technik: ∗∗
  • Kondition: ∗∗∗∗
  • Schwierigkeit: mittel

(Info’s vom 31.05.2023)

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