Franziskusweg KRK – Tag 06 – km 106-125

Motto des Tages – fast a bissal unbesiegbar

Ich werde heute um 06:05 Uhr wach. Die Sonne kommt wieder über der Erhebung vor uns bei wolkenlosem Himmel.
Man könnte meinen, dass sie mit der von gestern um die Wette scheinen möchte. 🤪

Heute ist unser letzter Tag auf dem Franziskusweg und irgendwie habe ich eine zwiespältige Stimmung in mir.
Einerseits große Freude, dass wir die Route ohne Probleme geschafft haben, andererseits ein wenig Wehmut, dass es heute Abend vorbei ist. 🤔

Beim Aufstehen merke ich, dass die gestrige Etappe über den Gebirgskamm meinem Körper ein wenig mehr abverlangte, als die Tage zuvor. 😜
Ein leichtes Ziehen in der Archillessehne und der Wade des linken Fußes zeigen mir, dass er den Abstieg über das Geröll nicht wirklich für gut befunden hat. 😳

Nach einigen Dehnungsübungen verschwindet das Ziehen wieder und ich wäre bereit, die letzte Teilstrecke in Angriff zu nehmen.

Doch vorher müssen wir noch Energie tanken und machen uns eine 3/4 Stunde früher auf zum Futterfassen.

Gestern fanden wir am Tisch ein nettes Schreiben der Rezeption, dass sich die Essenszeiten geändert hätten. 🤔
Die kommen ja bald drauf. 🤪
Abendessen erst ab 19:00 Uhr – haben wir vorgestern schon bemerkt, als wir mit Bärenhunger vor verschlossener Türe standen.
Frühstück ab sofort ab 07:00 Uhr … kommt uns sehr zu gute, da wir um 09:08 Uhr den Bus erreichen wollen.

Beim Frühstück saßen wir komplett alleine und hatten das gesamte Personal für uns.

Selbst, als wir 10 min. vor 8 wieder gingen, war niemand weit und breit zu sehen. 😳
Die haben doch nicht wegen uns das Frühstücks-Zeitfenster vorverlegt? 🤔

Nach einer kurzen Studie unserer heutigen Etappe wird uns klar, auch heute gibt es keine Labstation unterwegs.
Das heißt, wieder das Notwendigste mitnehmen. 😜

Da die Busfahrer selber den aktuellen Fahrplan nicht kennen und Abfahrtszeiten eher Richtwerte darstellen, sind wir schon 20 min vor Abfahrt am Wartehäuschen. 😎

Fünf Minuten vor der offiziellen Abfahrt sitzen wir schon im klimatisierten und mit WLan ausgestatteten Bus Richtung Baska … Zum Glück kennen wir langsam die Pünktlichkeit hier in diesem Land. 🤪

Die Fahr dauert fast 1,5 Std. und wir versuchen ein wenig zu schlafen, was bei den Straßenverhältnissen sehr schwer möglich ist.

In Baska starten wir vom Busbahnhof rauf zum örtlichen Friedhof auf ca. 130 hm bei der Kirche Sv. Ivana.

Sollte man an ein Leben nach dem Tod glauben, haben die hier heroben Begrabenen, sowie die Besucher eine traumhafte Aussicht. 😎

Weiter gehts, vorbei an der Crkva Svetog Duva zu einem Aussichtspunkt.
Wir sind jedesmal geplättet von diesen grandiosen Aussichten.

Je näher wir zum Plateau kommen, umso niedriger werden die Nadelbäume. Es sieht so aus, als ob jemand hier heroben die Bäume nicht in die Höhe wachsen lässt. Jeder einzelne von denen scheint sich dem Wind sprichwörtlich „zu beugen“.

Auf dem Plateau angekommen, wechselt die Landschaft plötzlich von dichtem Baumbewuchs in Felsenlandschaft ohne Vegetation. Es scheint, als ob eine Steinmauer den Wald an seiner Ausbreitung hindern würde.
Dafür knallt heute die Sonne mit voller Kraft auf aus.

Ab hier wird der Wanderweg zu einer echten Herausforderung. Obwohl das GPS die Richtung weist, hat man das Gefühl, man kommt nicht voran.

Ich fühle mich wie bei einer Wanderung in den Alpen, bei der man sein Gipfelkreuz schon von weitem sieht, und doch noch Stunden braucht, um es zu erreichen.

Wohin man blickt, Steine, Steinmauern und die brütende Sonne über uns. Sonst … NICHTS.

Die nächsten 2,5 Stunden gleichen einer Wanderung auf einer Monddlandschaft.
Eine „Straße“ 3-ter Ordnung, wie es hier heißt,
zieht sich quer über das Hochplateau Richtung Vrbnik.

Nur … Vrbnik ist nicht zu sehen. 😳

Man merkt, wie die Psyche langsam schwindet, obwohl der Körper geht und geht und …
Es ist irgendwie surreal, wenn dein Körper „funktioniert“, und dein Geist eigentlich den Tag beenden möchte.

Zwischenzeitlich entdecken wir am Weg Jägerstände, die wir so in Kroatien nicht gewohnt sind. Unter einem machen wir, nach 3,5 Std., eine Pause, um unsere „Tanks“ wieder aufzuladen.

Just in dem Moment hören wir, wie Motorenlärm auf uns zukommt und die unglaubliche Stille durchbricht.
Eine geführte Quad-Tour mit 5 Fahrzeugen rast auf dieser, in den Karstboden gebauten Straße an uns vorbei.
Der Wind steht für uns günstig und der Staub und Lärm verziehen sich wieder.

Schnell ist sie wieder da … diese unglaubliche Stille.

Ca. 1/2 Stunde später beginnt langsam das Hochplateau sich Richtung Meer zu neigen. Außerdem bemerken wir kilometerlange Abgrenzungen mit Baustahlgitter und fragen uns, was denn hier heroben geschützt werden muss.

Nach einiger Zeit fällt uns auf, dass hier in die karge Felsenlandschaft, vermutlich mit schwerem Gerät, parallel angelegte Furchen „gerissen“ werden, in denen in größerem Abstand junge Nadelbäume gesetzt wurden.

Vermutlich ein EU-gefördertes Projekt, wie so viele hier in Kroatien. 🤪

Nun merkt man, dass die letzten Kilometer und deren Aussicht wieder Freude am Gehen bringt.

Es sind zwar immer noch 2 Flanken zu umgehen, doch Vrbnik kann nicht mehr so weit entfernt sein.
Nach einer gefühlten Ewigkeit sehen wir endlich wieder das Meer und gaaaanz weit entfernt Häuser.

Wir beide merken, dass das Gehen wieder leichter fällt.

Nach 4 Stunden erreichen wir wieder die Zivilisation. Eine Asphaltstraße weist uns nun den Weg nach Vrbnik.

Vorbei an den ersten Häusern des Ortes kommen wir langsam aber stetig Richtung Zentrum.

Mitten im Ort knickt die Straße plötzlich nach rechts weg und … wir stehen an unserem Ziel, die Bushaltestelle von Vrbnik, von der wir vor einigen Tagen Richtung Njivice aufgebrochen sind.

Wir beide gehen in den gegenüber liegenden Gastgarten einer Bar und fallen uns gegenseitig um den Hals.
Wir haben es geschafft, nicht nur diese Etappe, sondern die gesamte Runde des Franziskusweges.

Wir genießen unser obligatorisches Bier (unsere blonden Zwillinge, wie unsere Frauen schon meinten) mit Cola und fühlen uns schon irgendwie …

FAST A BISSAL UNBESIEGBAR. 🤪

Im Anschluss besuchen wir noch das Zentrum von Vrbnik, drehen eine Runde und stapfen hoch zur Kirche und ihrem Campanile.

Dankbar und irgendwie ehrfürchtig betreten wir die Kirche.
Und hier ist sie wieder, diese Stille. 🤔

Als eine Familie die Kirche besucht, machen wir uns wieder auf den Weg zurück, zu unserem Taxi, welches wir für 18:30 Uhr bestellt haben.

Fazit … Etappe 06
ca. 19,55 km
ca. 4,9 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit
ca. 509 hm ⬆️
ca. 487 hm ⬇️
ca. 4h 02‘ reine Gehzeit

▼ gpx-Datei zum Download: ▼

(Info’s vom 09.05.2021)

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