Teil 3 – Von den Flügeln fürs Leben, Sand und tollen Radtouren

Urlaub in Bella Italia, im schönen Venetien

Grad noch einmal nachgesehen, wo Teil 2 geendet hat. Ach ja, wir haben also dann unsere Freunde, die Flamingos und Gelsen im Parco del Delta del Po verlassen, einen kurzen Abstecher zu den weißen, teilweise halbwild gezüchteten Pferden der Rasse „Camargue“ oder auch „Crin blanc“ gemacht und sind dann gemütlich nach Sottomarina, unserem nächsten Ziel, getuckert.

ITALIEN/SOTTOMARINO. Wir haben am Atlanta Mediterraneo außerhalb von Sottomarina eingecheckt und auf meinen Bruder Werner und Schwägerin Maxi gewartet, die erst am späten Nachmittag eintrudeln sollten. Wieder einmal wurde Herr Hofrat auf den Parkplatz verbannt, weil wir uns hier gemeinsam ein großzügiges MobileHome (MH) leisten würden.

Erstmal Zeug aus dem Hofrat in das MH räumen, den Kühlschrank füllen und gleich mal gekühltes Moretti im Shop einkaufen, da die beiden sicher durstig sein würden, von der langen Fahrt. Und dann gehts natürlich zum Strand. Wir suchen ein geöffnetes Tor und dann liegt alles vor uns – das Meer, der unglaublich blaue Himmel und unendlicher Sandstrand, allerdings noch ohne Liegen, Schirme etc., dafür mit viel, sehr viel Schwemmholz, Algen, Plastik, alten Windeln, einzelnen Schuhen, Leergut, usw. Autsch, das tut dem verwöhnten Kroatien-Auge etwas weh. Aber gut, ist halt noch Vorsaison.

Sagt uns jeder, den wir darauf ansprechen. Witzigerweise bucht man zwar zu dieser Zeit, zahlt den vollen Preis und Touristenabgabe, hat angeblich auch zwei Liegen und einen Schirm (für ein Mobilhome für 6 Personen), aber egal – eigentlich haben wir eh nicht vor, uns wie die Schnitzerl am Strand panieren zu lassen. Mein Kroatien, ich liebe deine felsigen Strände. ❤

Schließlich trudeln Werner und Maxi ein, räumen auch ihr Zeugs ein, freuen sich über das gekühlte Moretti und dann gehts in die Strandbar, auf wirklich wunderbare Pizzen und noch mehr Bier. Wir müssen schließlich den nächsten, für uns sehr wichtigen Tag besprechen. Unser erster Wings for Life Worldrun steht am Programm. Werner und Andreas wollen laufen, Maxi und ich haben vor zu stöckeln (sprich nordic walken).

Nach unserem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse in der Sonne, schnappen wir unsere mitgebrachten Bikes und erkunden eine passende Strecke für unser Vorhaben. Wir kommen bis Chioggia, nicht ohne das ein oder andere Mal gegen die Fahrtrichtung zu radeln, erspähen die vielen Menschen (Sonntag eben) und flüchten gleich wieder. Das heben wir uns für einen Wochentag auf.

Die Strecke steht also, die einige km-lange Strandpromenade bietet sich perfekt dafür an. Und so warten wir schon etwas aufgeregt um 13 Uhr auf unserem Startpunkt. Die Handys stimmen uns ein und dann gehts auch schon los. Die Männer sprinten weg, wir folgen. Einige Meter weiter bitte ich Maxi doch alleine loszuziehen. Ihre langen Beine und meine kurzen bringen nicht das gleiche Tempo und ich hechle hinter ihr her. Nachdem ich versprochen habe, mit nicht zu verlaufen und eh sonst das Handy dabei habe, lässt sie mich ziehen 😉

Es war eine tolle Erfahrung und eine gute Sache und wir hatten unseren Spaß mit den Ansagen des Catcher-Cars: „Sonnenschein, ich hab dich gleich“ … und dann gibst wirklich nochmal alles. Übrigens hab ich keinen anderen um 13 Uhr in Sottomarina laufen oder walken oder sonstiges gesehen. Um 13 Uhr ist Siesta, klaro? Am Campingplatz darfst nicht mal Geschirr abwaschen und zu essen kriegt man unterhalb von Venedig nur mittags bis 14 Uhr und dann erst wieder ab frühestens 18 Uhr. Da kann dir die Zunge zwei Meter aus dem Hals hängen. Gut, dann halt wieder Bier, Bier geht ja auch.

Abends fallen wir hungrig wie die Wölfe in ein außen sehr unscheinbares und innen schickes Lokal ein, das bei TripAdvisor gute Bewertungen hat. Da Mauro. Speisekarte nur italienisch (wir sind halt nicht in Lignano). Nach dezenten Anfangsschwierigkeiten und dank Übersetzungsprogramm bekommen wir dann endlich unser Essen und sind gleich mal geflasht. Das war so genial. Bin jetzt noch hin und weg. Kann sich Kroatien doch noch mal ein Schnittchen abschneiden.
Wir bestellen Weißwein aus Venetien, eine Flasche eisgekühlt 16,- Euro. Da zahlt man für 4 Bier Minimum 20,- (0,4 wohlgemerkt, haben auch schon 7,- gezahlt und da schmeckts dann gar nimmer so gut). So endet der erste Tag unseres Aktivurlaubes mit gefüllten Bäuchen auf der Terrasse bei Morettis.

Am nächsten Tag wollen wir Chioggia, das kleine Venedig, wie es auch genannt wird, weil es ebenso Kanäle und viele kleine Brücken drüber besitzt, besichtigen. Dazu mieten wir am Campingplatz vier Räder, die ihre besten Zeiten eindeutig hinter sich haben. Werner muss sein Rad dreimal tauschen, weil der Sitz sich nicht verstellen lässt. Gänge gibts nicht, war eh klar, aber mein Rad hatte erst gar keine Bremswirkung und das war mir wirklich etwas too much und so schraubte mal Andreas dran rum. Es bremste schlussendlich, aber das dann permanent, auch während der Fahrt. Also fest strampeln, zum Glück nur eine Brücke hinüber nach Chioggia und da dachte ich schon, es gehe auf den Großglockner.

Unsere „Gäule“ gleich am Eingang zur Altstadt geparkt, natürlich abgeschlossen, hätte aber sowieso kein Mensch weggenommen, und dann hinein in das erste Gässchen. Hach, wie schön, entzückt einmal um die Achse gedreht und …, schon hätte mich fast das erste E-Bike über den Haufen gefahren. Bei uns wird über die motorisierten Räder gelästert, aber fahrt mal dort hin, die fahren euch mit 40 km/h um die Ohren. Die Bikes sind alle freigeschalten und haben einen Gashebel. Haben sogar teilweise Soziussitze und drei Kinder draufgeschnallt und fahren wie die Henker ohne Helm oder sonst was. Helmfahrer waren eindeutig nur, die Touristen.

Aber man gewöhnt sich dran, in der Fußgängerzone auch etwas vorsichtig zu sein und wenn in der Ferne ein Rad zu sehen ist, daran zu denken, dass es so schnell wie ein Moped ist. Und so schlendern wir über Brücken, durch Gässchen, besichtigen Kirchen und das tolle Museum „Torre di Sant’Andrea“ im Kirchturm, wo man natürlich auch eine tolle Aussicht hat. Hier ist auch die älteste Uhr der Welt zu besichtigen. Das viele Gehen macht durstig und so setzen wir uns an einen der Kanäle und ordern Bier und bestellen Crostinis mit allerlei verschiedenem Fisch. Köstlich. Italien hat doch was.

Der nächste Tag ist etwas bedeckt und wir beschließen, den Strand zu erkunden. Wir wandern dahin, bis es zu nieseln beginnt und wir raschen Schrittes heimwärts gehen. Also nicht ganz heim, dazwischen liegt ja die Strandbar und der Besitzer der Bar bzw. des Restaurants ist ein Deutscher namens Jürgen. Der freut sich immer, uns zu sehen und so besuchen wir ihn halt. Bier hat er auch. Und zum Bier gibts gratis Brötchen mit Prosciutto, zu jeder Runde wohlgemerkt. Den Abend verbringen wir schlussendlich auf der Terrasse des gegenüberliegenden MobileHomes, das wir zu unserer Abendsonne-Unterkunft erklärt haben. Wir hätten übrigens noch ca. 50 andere Terrassen zur Auswahl, wir sind nämlich wochentags so gut wie die einzigen Gäste.

Damit wir nicht umsonst unsere Fahrräder mitführen, beschließen wir am nächsten Tag wieder eine Radtour im Umfeld von Sottomarina und Chioggia. Gemütlich radeln wir dahin und entdecken die Gegend. Auch von den Radwegen kann sich Kroatien ein Schnittchen abschneiden. Die sind mega und führen aussichtsreich am Meer entlang, hinein nach Chioggia. Wochentags ist es herrlich in Chioggia, selbst mit dem Rad wagen wir uns nun in die Stadt und landen schlussendlich wieder, in einer Bar. Eigentlich wollten wir ja irgendwo essen gehen, aber eh schon wissen. Geschlossen. Die Tische im Gastgarten zwar gedeckt, es spielt sogar die Musi, aber zu. In der Bar gibts zu jedem Bier wieder ein Sackerl Chips (euch sag ich’s, schlussendlich konnten wir keine Chips mehr sehen). Zweite Runde Bier bedeutet, zweites Saukerl Chips.

Dann gehts weiter und wir radeln Richtung Sottomarina und begutachten den angelegten Damm oder Wellenbrecher oder so, den wir von unserem Platz von weitem schon gesehen haben. Das erweist sich als gute Idee, weil wir hier an den auf Pfählen gebauten Fischerhütten mit riesigen absenkbaren Netzen vorbeikommen.

Abends haben wir Lust auf Eis und so hoffen wir auf ein Eisstandl in der Nähe in Sottomarina. Wir gehen und gehen und gehen und kein Eis weit und breit. Beim Überqueren der Straße kommt neben uns ein Auto der Polizia zum Halten und mein lieber Bruder nimmt meine Aufforderung (geh frag deine Kollegen, wo es denn da ein Eis gibt) ernst. Die Dame und der Herr im Polizeiauto parken gleich hilfsbereit ein und wir erfahren, welchen Eissalon der nette Polizist für den Besten hält. Schlussendlich sind wir sage und schreibe 8,2 km um a Eis g’hatscht

Dass Bar-Besuche auch sehr informativ sein können, stellt sich heraus, denn genau gegenüber gibts eine Touristeninfo. Maxi spaziert hinüber und kommt mit Prospekten heraus. Und schon haben wir das Programm für den nächsten Tag, das sich als eines der Highlights entpuppen wird.

Wir starten um 9 Uhr, radeln nach Chioggia, buchen Tickets für das Vaporetto mit Rad und schippern auf die erste Insel der vorgelagerten Lagune, Pellestrina. Dort radeln wir durch (ebenso auf einem tollen Radweg, allerdings auf der Durchzugsstraße, wo zu dieser Zeit außer dem Bus keiner unterwegs ist) bis zur Inselspitze, entern die Fähre und steigen auf der nächsten Insel Lido wieder aus. Auch dort radeln wir zügig durch bis zum Ort Lido di Venezia, von wo wir direkt auf Venedig, besser gesagt, zum Dogenpalast und zum Markusplatz sehen. Hier kann man um 10 Euro mit dem Vaporetto nach Venedig fahren. Tun wir aber nicht, Venedig wird mal ein eigenes Projekt.

Wir besichtigen Lido, das wirklich tolle alte Gebäude und Hotels beherbergt und ein eigenes mondänes Flair versprüht. Es gibt übrigens auch Bier dort. 7 Euro, daher nur eines und wir machen uns gemütlich auf den Rückweg. Diesmal allerdings auf einem tollen Radweg direkt am Meer entlang, den Andreas entdeckt. Der Strandabschnitt besteht aus Wellenbrechern, riesigen Steinblöcken, auf denen die hier ansässigen Italiener ihre Sommerhütten, a la Robinson Crusoe, aus Schwemmholz und Palmwedeln erbauen, um im Sommer etwas Schatten zu finden beim Baden.

Dann erreichen wir wieder die Fähre und gleich darauf Pellestrina. Auch hier führt unser Weg gemütlich durch die Gässchen und Straßen der Ortschaften. Es kommt uns vor, als wären wir hier alleine. Gemütlich radeln wir dahin, bleiben immer wieder stehen, denn die bunten Häuser verleiten zum Fotografieren. Wir erreichen schließlich das Vaporetto, das auch jetzt wieder gut gefüllt ist und tuckern los zurück nach Chioggia. Zumindest dachten wir das. Die Hälfte des Weges war geschafft, da legt das Schiffchen die Bremse ein, macht eine große Kurve und fährt wieder zurück nach Pellestrina. Aha? Was ist los? Wir legen wieder in Pellestrina an, ein Paar steigt aus und wir drehen wieder um, Richtung Chioggia. Lustigerweise interessiert es allerdings keinen – außer uns. Aber wir erfahren natürlich nicht den Grund dieser Extrarunde.

Schließlich erreichen wir nach fast 80 km wieder unseren Ausgangspunkt. Unsere Bar ruft – die Chips auch. Sonst gibts ja nix am schönsten Nachmittag. Also heim, duschen und abends wieder zu Fuß in die Stadt. Sollten wir in diesem Urlaub das eine oder andere Bier zuviel getrunken bzw. das eine oder andere Packerl Chips gegessen haben – an unseren Hüften hat sich nichts angelegt. Wir haben jeden Tag, ob zu Fuß oder per Rad, einige Kilometer zurückgelegt.

Resümee: Den Sand und die vielen Gelsen brauchen wir nicht, aber ansonsten hat uns Bella Italia sehr gut gefallen und wir haben vor, eventuell mal die Toskana zu erkunden oder in Venedig einzufallen. Sofern die auch Bier haben.

Weitere Details

Infos und die GPX-Datei nach der Bildergalerie.

genießt das Leben 🤪 und
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es grüßen euch
Uli & André von
die2Nomaden.com 😉

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Details

GPS-Dateien

  • GPX-Track (für GPX-fähige Geräte)
  • KML-Track (für Google Earth)

Daten zu unserer Ausfahrt

  • ca. 77,1 km (inkl. Fährfahrten)
  • ca. 9,9 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit
  • ca. 114 hm
  • ca. 112 hm
  • ca. 5h 30′ reine Fahrzeit

Sicherheitshinweise

  • Allgemeine Hinweise
    • Fahrtauglichkeit
    • witterungs- und tourenabhängige Ausrüstung
  • Spezielle Hinweise
    • gute Grundkondition

Gaststätten

  • entlang der Strecke
    in den größeren Ortschaften

(Info’s vom 04.05.2024)

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Radwanderführer: Lagune von Venedig

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