Durch die Klammleiten-Schlucht

Dieser Sommer hatte es bisher in sich und meinereiner schwitzt sowieso auch ohne schweißtreibende Temperaturen oft waagrecht, daher fahr ich schon fast lieber ein bissl mit dem Rad als durch die Hitze zu wandern. Aber mein persönlicher Wanderguide lässt nicht locker und so lasse ich mich zu einer Wanderung im schönen Mühlviertel überreden.

KÖNIGSWIESEN. Schon bei der Hinfahrt recke ich mal kurz den Arm aus dem Fenster und rufe entzückt: „Wow, da ist es ja richtig kühl!“ 22 Grad sagt mein kluges Auto. Schon bin ich top motiviert und freu mich auf die Wanderung. Wir parken am Friedhofsparkplatz in Königswiesen, schnüren die Schuhe und los gehts durch eine wunderschöne Siedlung mit so herrlichen Gärten, über die Straße und bald darauf erreichen wir auch schon den Wegweiser Klammleiten-Runde. Wir biegen rechts ein und ab da begleitet uns ein fröhlich glucksendes Bächlein – der Klammleitenbach. Bei einem kleinen Kraftwerk geht es über den Bach und hinein in den Wald. Angenehm ist es hier und so herrlich grün, im Gegensatz zu den steppenartigen Wiesen bei uns zuhause.

Der Wanderweg ist wunderbar markiert und wir sehen schon bald die großen Findlinge, die in Urzeiten ein Riese aufeinander geschlichtet haben muss. Ein Abstecher zur Waldandacht, ein kurzes Innehalten und schon gehts wieder weiter.
Obwohl das Bächlein immer neben uns ist, verläuft sein Verlauf ein Stück unterirdisch und kommt erst später wieder heraus. Bei der alten Holzschwemme, dem sogenannten Gfluder, ist ein schmaler Steg zu einem kleinen idyllischen Plätzchen zum Verweilen angelegt. Mit Kindern wäre das der ideale Ort, um einen heißen Sommertag zu verbringen – vorausgesetzt man mag halt ein Stückchen gehen.
Eine kurze Rast und weiter geht es in diesem herrlich kühlen Wald, bis … ja, bis uns der geplante Weg abgesperrt wird. Waldarbeiten! Einmal kurz durchgeschnauft und eine Alternative gesucht und gefunden. Kosten uns zwar einige Meter mehr, auch in der Höhe, aber naja. Hilft nix.

Und dann passiert es. Ein Juchzer meinerseits: „Heidelbeeren!“ und schon bremse ich ein und mache mich über ein paar Heidelbeeren her, die im Gegensatz zu den Beeren einer Plantage zwar sehr klein aber umso g’schmackiger sind. Bis mein Wanderguide mich zur Ordnung aufruft: „So, kumm, weiter gemma!“ Alles klar, einmal um die Kurve und wieder voller Begeisterung: „Heidelbeeren!“ Von meinem Guide kommt ein etwas geknurrtes „Na, ned scho wieder!“ Aber auch er gibt sich kurz seinen Gelüsten hin und so pflücken wir einträchtig nebeneinander.

Dann müssen wir uns wirklich losreißen und wir erreichen ohne weiteren Stopp das Brücklein zur Reindlmühle. Das Mühlrad bekommt einen Schubser und schon dreht es sich wieder fröhlich. Auch hier gibt es ein wunderbares Plätzchen zum Verweilen direkt neben dem Klammleitenbach und wir sind auch wieder auf der richtigen Seite unseres Wanderweges. Plötzlich schreit Andreas auf: „Aua! Bremsn“ und schlägt um sich. Okay, hier bleiben wir nun nicht länger. Allerdings dürften die beißenden Viecher auf den Geschmack gekommen sein und verfolgen uns beharrlich auf diesem Stück des Weges. Zu meinem Entzücken und Andreas Bedauern haben sie es allerdings nur auf Andreas abgesehen. Ich erbarme mich und gehe hinter ihm, damit ich seine Rückseite absichern kann. Links und rechts fliegen sie an mir vorbei (eigentlich war es schon zum Lachen) und stürzen sich auf den armen Wanderguide, der auf sich selbst einschlägt und von mir von hinten geschlagen wird, immer wenn sich so ein „unnediger“ Flieger auf ihn stürzt.

Schließlich gehts hinaus aus dem Wald und wir wandern über Forststraßen, vorbei an wunderschönen Mühlviertler Gehöften, an einer Pferderanch, alten Sacherln und Getreidefeldern, die nach Sommer riechen. Leider hat unsere geplante Raststation, das nette Gasthaus „Wirt auf da Hoad„, geschlossen und so müssen wir ohne Stärkung weiterwandern. Wir treffen auf eine Dame mit zwei kleinen Mäderln, die eine junge Ziege mit sich führen, ein lustiges kleines Springginkerl. Wir bleiben ein paar Minuten stehen und unterhalten uns, bevor es wieder weitergeht.

Unser Weg führt uns schließlich über eine große Wiese, wo sich der Schwarzaubach hindurch schlängelt. Wir überqueren ein kleines Wehr, ein kurzes Stück durch einen lichten Wald, wieder eine Wiese hinab, über ein Brücklein, wo auf einem Findling ein kleines Kreuz angebracht ist. Unser heutiges „Gipfelkreuz“. „Erholungsweg“ nennt sich dieses Stück des Weges und nun geht es noch einmal bergauf und dann hinunter nach Königswiesen zu unserem parkenden Auto.

Wir möchten uns noch kurz stärken vor der Heimfahrt und so kehren wir im neu gebauten Gasthaus/Hotel Königswieserhof ein. Wow, sehr toll sieht es innen aus und die Terrasse hoch oben über dem Tal ist ein Traum. Allerdings gibt es auch hier vor 17.30 Uhr keine Speisen. So bestellen wir einen Kaffee und einen Kuchen und für Andreas die langersehnte kühle Blonde.

Ein herrlicher Tag im so wunderschönen Mühlviertel. Keine Sekunde habe ich bereut, dass ich diese Wanderung mit Andre unternommen habe. Und gut, dass ich noch viele derartige Wanderungen in petto habe, dank unseres bereits verstorbenen Radclub Wanderguides Karl Waldbrunner, der vor Jahren diese Wanderungen für den Radclub Ansfelden ausgearbeitet hat und die ich, als Schriftführerin, sorgsam aufbewahrt habe. Danke Waldi! Schee wars!

Diese Wanderung ist ein sommerlicher Wandertraum – auch mit Kindern. Wir sind allerdings knapp 15 km gewandert. Die Tour wäre dann eventuell zu kürzen, was sicher auch möglich ist.

Mehr Infos

Wer diese Wanderung eventuell nachwandern möchte, dem bieten wir weiter unten in den Details GPS-Dateien (GPX, KML) zum Download an.
Über ein [GEFÄLLT MIR] im Anschluss an diesen Beitrag freuen wir uns immer. 😉
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es grüßen euch
Uli & André von
die2Nomaden.com 😉

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Details

Daten zur Wanderung

ca. 14,6 km ➡️
ca. 4,8 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit ⏱
ca. 448 hm ⬆️
ca. 443 hm ⬇️
ca. 3h 01′ reine Gehzeit 🏁

Lage/Start/Koordinaten

Österreich, OÖ, Bez.Freistadt
4280 Königswiesen
N48°24’32.3″ E14°50’33.6″

Parkmöglichkeiten

Parkplatz am Friedhof
N48°24’32.3″ E14°50’33.6″

Parkplatz für Klammleiten-Wanderer
N48°24’42.7″ E14°50’42.3″

GPS-Dateien

GPX_-_Tour (für GPS-fähige Geräte)
KLM_-_Tour (für Google Earth)

Möglichkeiten/Abwandlungen

als Mountainbike-Tour
Schwierigkeit 3/5
Unter Beachtung der gesetzlichen und örtlichen Gegebenheiten ist diese Tour für gute Moutainbiker möglich.

Camping-/Stellplätze

Campingwiese Freizeitteich
4372 St. Georgen am Walde
(vermutlich nur für Zelte)
N48°21’45.0″ E14°53’55.8″

Wohnmobil- und Wohnwagenstellplatz
Camping am Badesee
Rechberg, 4324
N48°19’26.0″ E14°42’58.1″

Stellplatz bei Beachvolleyballplatz
Arbesbach 121, 3925 Arbesbach
N48°29’28.0″ E14°57’23.5″

Campingplatz Schlesingerteich
3665 Gutenbrunn
N48°22’57.4″ E15°00’07.1″

Einkehrmöglichkeiten

Gasthaus „Wirt auf da Hoad“
Haid 8, 4280 Haid
www.wirtaufdahoad.at
N48°25’55.0″ E14°51’49.1″

Gasthaus/Hotel Königswieserhof
Markt 20, 4280 Königswiesen
www.kwhof.at
N48°24’25.7″ E14°50’26.2″

Sicherheitshinweise

Allgemeine Hinweise
– Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
– witterungs- und tourenabhängige Ausrüstung

Spezielle Hinweise
– keine besonderen Empfehlungen

Bewertung

Landschaft: ∗∗∗∗
Erlebnis: ∗∗∗
Technik: ∗
Kondition: ∗∗
Schwierigkeit: leicht

(Info’s vom 20.07.2023)

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Wanderkarte: Nationalpark Kalkalpen, Ennstal, Steyrtal, Pyhrn-Priel-Region

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